Silberlinie





Tagebuchaufzeichnungen Teil 3

Eine Kündigung wird per Post verschickt. Ein Vertrag soll beendet werden. Parallel wird die Überarbeitung der eigenen Website abgeschlossen. Die Struktur steht, die neue Fassung der Seite ist fertig. Im Hintergrund laufen Videos über alternative Realitäten, über Quantenannahmen, über ferne Räume. Musik mischt sich darunter. Gedanken kreisen um die Frage, welcher Anbieter für eine Haushaltshilfe geeigneter ist. Noch keine Entscheidung, nur Abwägung. Listen entstehen.

Technische und wissenschaftliche Printmagazine, psychologische, sozialwissenschaftliche, historische, philosophische. Kategorien bleiben offen. Ein E-Bike wird storniert, die Anschaffung auf das Frühjahr verschoben. Ein Weg führt zu einer Organisation für Haushaltshilfe. Die Hilfe ist nicht erschienen. Niemand weiß warum. Es wird notiert, ein neuer Termin vereinbart. Nebenbei wird ein anderes E-Bike bestellt, Lieferung zu einem späteren Zeitpunkt.

Videos laufen zu Zeit, Macht, KI-Führung, politischen Spannungen, großen Projekten. Gedanken an ein gigantisches KI-Vorhaben, an Beschleuniger, an Fusionsanlagen. Gespräche mit einer KI darüber. Lob kommt zurück. Die Frage taucht auf, ob es einen passenden Schlüssel für ein Rohr im Bad gibt und wo man ihn ausleihen könnte. Vergleiche zu weiteren E-Bike-Modellen. Preise, Unterschiede, Motorarten. Eine Telefonnummer taucht auf, wird verworfen. Dazwischen eine grundlegende Frage nach dem Sein, nach dem Kosmos, nach Kräften, Gesetzmäßigkeiten, Materie, Energie und Zeit. Die Antwort bleibt selbstbezüglich: Letzte Gültigkeit lässt sich nicht aus sich selbst heraus beweisen. Videos laufen weiter, alte Texte, moderne Technik, Schulden, Raumfahrt, fremde Objekte, alles nebeneinander.

Ein Besuch bei der Haushaltshilfeorganisation. Daten werden aufgenommen. Es geht um Unterstützung im Alltag und um Erinnerung an regelmäßige Einnahmen. Die Vereinbarung steht: einmal pro Woche. Musik läuft, spirituelle Texte, Tests mit KI-Fragen nach Bewusstsein. Die Antwort bleibt kühl, funktional. Ein kurzer Satz aus einer kalligrafierten Lehre bleibt hängen. Musik aus verschiedenen Jahrzehnten, politische Erklärungen, kosmische Spekulationen. Und immer wieder: und so weiter, und so weiter. Ein Konzept für die Renovierung der Website entsteht in einer eigenen Datei. Die Idee ist klar: weniger Kacheln, mehr Gesichtsausdrücke.

Eine lange E-Mail wird als Antwort auf eine einfache Frage geschrieben. Finanzielles wird geregelt. Ein Dauerauftrag soll reduziert werden, vorher ein Gespräch. Überlegungen zu Wandpostern, Zeitlinien, Weltgeschichte. Ein Fernseher wird zur Retoure gebracht. Ein anderer ist bereits ins Auge gefasst. Musik läuft, eine lange Liste, Lieder, die sich überlagern. Videos begleiten den Tag, technische Präsentationen, schlechte Filme, Kommentare aus Ärger. Gespräche über Ethik, Bewusstsein, Gravitation. Erinnerungen an frühe Jahre, an Instrumente zum Sehen und Vergrößern. Bestellungen werden ausgelöst. Eine Hose wird gekauft. Ein Anruf wegen einer falschen Nachricht, man will es per Post klären.

Der Schlaf ist unterbrochen. Aufwachen, Videos, Musik. Ein Zettel mit vielen Erledigungen wird geschrieben. Schrauben, Lebensmittel, Kleinigkeiten. Eine Erinnerung daran, wie Butter früher genannt wurde. Drucke vorbereiten. Weitere Videos, ein Vortrag über Schlaf, über Tiefe, über reines Bewusstsein. Die Gedanken bleiben daran hängen. Recherchen zu einer bekannten Figur im Netz. Der Rechner läuft lange, wird früh ausgeschaltet.

Am Tag wird ein Fernseher montiert, passt nicht, muss zurück. Er geht nicht richtig in den Ruhezustand. Eine Retoure wird beantragt. Stattdessen soll ein anderes Gerät bestellt werden. Ein Paket wird vorbereitet, zur Post gebracht. In einem Geschäft werden neue Dinge gekauft und Fotos ausgedruckt. Eine Kundin nebenan druckt eine große Menge Urlaubsbilder. Es entsteht ein Gespräch. HP zeigt eigene Bilder, erklärt ihre Entstehung. Staunen. Zu Hause werden die Fotos ausgelegt und erneut fotografiert. Eine weitere Retoure wird vorbereitet. Zu teuer, gefällt nicht.

Gedanken über Größenverhältnisse, Kugeln, Oberflächen, Entfernungen. Hunger. Der Entschluss, Brot zu holen. Kleidung anziehen, das E-Bike vorbereiten. Handschuh ausziehen, Knöpfe drücken, Licht an, Unterstützung aktivieren. Der Weg führt zur Mühle. Ein verwittertes Schild weist den Abzweig. Der letzte Abschnitt ist rau. Im Hof stehen geschnitzte Eulen. Ein Kind zeigt darauf und sagt das falsche Wort. Die Mutter korrigiert es. HP bemerkt, dass es zwei Eulen sind. Das Kind schaut. Pferde werden gestriegelt. Wenige Menschen sind da. Am Ausgabeschalter gibt es Kaffee, ein Mandelhörnchen, ein Brot. Gespräche über mögliche Speisen.

Bratwurst, Reibekuchen, Matjes. HP entscheidet sich dagegen. Zucker wird genommen. Das Brot kommt in den Korb. Die Stühle sind nass, der Himmel grau. Es ist nicht schön hier, eher gedrückt. Ein Unterschied zum Sommer. Beim Wegfahren ruft eine Frau einen Abschiedsgruß. Sie korrigiert sich mitten im Satz. Das Bike zieht elektrisch den Berg hinauf. Zu Hause liegt ein Rücksendeetikett bereit. Morgen wird ein Karton gesucht.

Weitere Gesichter werden mit einer KI generiert. Sie kommen auf einen USB-Stick. Später sollen sie ausgedruckt werden. Videos laufen weiter, über Beschleunigung, über alte Reiche, über Zukunft und Schlaf.